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3. Geld und Kredit


Abb. 3.1: Wachstum, Geld- und Kreditentwicklung in Deutschland - nominal
Erläuterung
: Die Kredite und Einlagen deutscher Banken gegenüber Nichtbanken beziehen sich in dieser Übersicht auf das EURO-Gebiet.


Abb. 3.2: Nominales Wachstum und Liquidität des Bankensystems – deutscher Beitrag
Kommentar:
Zwischen Juli 2011 und Juli 2012 sind die Einlagen deutscher Banken beim EZBS von 2 auf über 12% des BIP angewachsen! Inzwischen sind sie wieder auf den normalen Stand gesunken, bewegen sich jedoch seit 2015 sehr volatil.


Abb. 3.3: Wachstum und Kreditentwicklung in Deutschland und in der EWU - nominal.
Kommentar: Seit Herbst 2014 wachsen die Kreditbestände in Deutschland. 2015 sind sie auch in der EWU gewachsen. Inzwischen sinken sie dort wieder.


Abb. 3.4: Wachstum und Entwicklung der Bank-Kredite an Inländer in Deutschland - nominal
Kommentar
Die deutsche Kreditausweitung konzentrierte sich bisher auf den öffentlichen Sektor. Seit 2913 wächst das öffentliche Kreditvolume nicht mehr. Gegenläufig zur Konjunkturerholung sank im Jahr 2010 das Kreditvolumen der Unternehmungen. Nach einem Zwischenhoch vom Herbst 2011 bis zum Sommer 2012 schwächte sich auch in Deutschland die Kreditaufnahme der privaten Unternehmungen ab. Seit 2014 wachsen diese Kreditbestände wieder. Die Monatsdaten zu den Krediten der Selbständigen spiegeln nicht die Kreditschwankungen im Monatsverlauf (Dispokredite) wider.


Abb. 3.5: nominales Wachstum und Entwicklung der Unternehmenskredite
Kommentar
: In der Regel ist das wirtschaftliche Wachstum eng mit der Kreditausweitung der Unternehmungen verbunden. Eine hohe Liquidität der Unternehmungen mindert allerdings deren Kreditbedarf.


Abb. 3.6: Wachstum und Inflation
Kommentar
: Die Entwicklung der Verbraucherpreise wird besonders von den Energiepreisen geprägt. Im Februar 2017 lag die deutsche Verbraucherinflation bei +2,3%, ohne Energiepreise bei +1,7%. In der EWU ist die Verbraucherinflation zwischen November 2012 und Januar 2015 von 2,8% auf -0,6% gesunken – Ausdruck einer deflatorischen Entwicklung. Im Dezember 2016 betrug sie +1,1%.


Abb. 3.7: Zinssätze in Deutschland
Erläuterung
: Die kurzfristigen Zinssätze des Geldmarktes werden von der EZB über ihre Zinssätze gesteuert - (Zinssätze der EZB für die Einlagefazilität, die Spitzenrefinanzierungsfazilität und Hauptrefinanzierungsgeschäfte, der deutsche Basiszinssatz wird von der Bundesbank angepasst).
Kommentar: Von Jahresbeginn bis Juni 2009 hatte die EZB ihre Zinssätze in monatlichen Schritten drastisch gesenkt. Diese Niedrigzinsphase dauerte bis Anfang 2011 an. Sie hat die Geldmarktzinsen, die Umlaufrendite und die langfristigen Kreditzinsen auf Tiefstwerte sinken lassen. Ab April 2011 hat die EZB in Sorge um die europäische Preisstabilität ihre Zinssätze in kleinen Schritten angehoben. Seit Ende 2012 hat die EZB ihre Zinssätze wiederholt gesenkt, um einer Kreditklemme entgegenzuwirken. Der Hauptrefinanzierungssatz betrug im April 2016 0,00%, der Einlagenzinssatz minus 0,4%! Die Bundesbank ihren Basiszinssatz wiederholt gesenkt, zuletzt auf minus 0,88%.


Abb. 3.7a: Kreditzinsen in Deutschland


Abb. 3.8: Wachstum und Zinssätze in Deutschland


Abb. 3.8a: Wachstum und Realzins in Deutschland -


Abb. 3.9: Credit Standards der Banken sowie Kredite der privaten Unternehmungen und Selbstständigen in Deutschland – Befragung von Banken
Erläuterung
: Der Bank-Lending-Survey der EZB (hier der deutsche Teil) gibt Ergebnisse der vierteljährlichen Befragungen der Banken wieder. Er drückt aus, in welchem Maße sich die credit standards der Banken gegenüber dem Vorquartal „gelockert“ oder „verschärft“ haben. Durch Aggregation dieser Daten wurde ein Index der Kreditzugänglichkeit gebildet, der aussagt, in welchem Maße sie die Banken seit dem Beginn der Befragung in 2002 ihre Kreditbedingungen “gelockert“ = plus oder“ verschärft“ = minus haben. Es wurde ein gewichteter Diffusionsindex verwendet.
Kommentar: Seit Befragungsbeginn 2002 bis Ende 2004 haben die deutschen Banken ihre Kreditbedingungen ständig verschärft. Nach einer Phase der Lockerung  2005 bis 2007 verschärften sich die Kreditbedingungen, besonders in der Krise stetig. Seitdem sind keine nennenswerten Erleichterungen eingetreten.


Abb. 3.9a: Finanzierungszugang ist dringlichstes Problem – Befragung von Unternehmungen
Abb. 3.9b: Veränderung des Bedarfs an Bankkrediten – Befragung von Unternehmungen
Abb. 3.9c: Kreditwunsch durch Banken teilweise oder ganz abgelehnt – Befragung von Unternehmungen
Abb. 3.9d: Zugänglichkeit zu Bankkrediten verbessert/verschlechtert – Befragung von Unternehmungen
Abb. 3.9e:  Kreditvergabebereitschaft der Banken verbessert/verschlechtert – Befragung von Unternehmungen
Erläuterung zu a-e: Seit 2009 veröffentlicht die EZB halbjährliche Ergebnisse eines Survey on the access to finance of SMEs in euro area, der die Ergebnisse einer Befragungen von Unternehmungen über ihren Zugang zu externer Finanzierung präsentiert. Dabei wird insbesondere zwischen großen Unternehmungen und KMUs unterschieden.
Kommentar zu a-e:
Seit 2009 erhebt die EZB halbjährlich einen „Survey on the access to finance of SMEs in euro area“, der auf Unternehmensbefragungen beruht.


Abb. 3.10: Die Geldpolitik der EZB
Erläuterung
Das Wachstum wird als Abweichung vom Trend dargestellt, um es zeitlich mit den übrigen Indikatoren zu synchronisieren. Die Lohnkosten pro Produktionseinheit sind nur um den Produktivitätseffekt bereinigt und drücken im Rahmen der Inflationstheorien den Preisdruck der Lohnkosten aus.
Kommentar: Diese Grafik zeigt die Geldpolitik der EZB vor dem Hintergrund ihrer wichtigsten Beobachtungsindikatoren. Vor der Finanzkrise folgten die Zinssätze der EZB dem realen BIP-Wachstum.


Abb. 3.10a: Preise, Löhne und Gewinne in Deutschland und in der EWU
Kommentar
:Die Lohnentwicklung wird von der Zentralbank besonders kritisch beobachtet. In den ersten Monaten der Krise sind die Gewinne je Produkteinheit in Deutschland vorübergehend tief eingebrochen. Ende 2010 sind sie erneut gesunken. Seit 2013 stiegen sie wieder. Die Lohnstückkosten spiegeln sich über den Preisindex.


Abb. 10b: Effektiver Wechselkurs des Euro
Erläuterung
: Der nominale effektive Wechselkurs des Euro stellt den Durchschnitt der Wechselkurse zu 19 Handelspartnern der Eurozone dar, gewogen mit den jeweiligen Handelsmengen: je höher der Index desto teurer die europäischen Exporte.


Abb. 3.11: Entwicklung von nominalem BIP und Geldmenge in Deutschland und in der EWU


Abb. 3.11a: Entwicklung von nominalem BIP und Geldmenge in Deutschland und in der EWU
Kommentar zu 3.11 und 3.11a
: Die EZB hat dem Geldmengenwachstum ein Ziel von 4,5% pro Jahr vorgegeben. Tatsächlich lag das Geldmengenwachstum seit 2001 bis zum Sommer 2008 ständig und teilweise beträchtlich darüber: Von 1998 bis 2015 sind in Deutschland das BIP nominal um 52% gewachsen, die Geldmenge M3 um 124%. Für die EWU betragen die Zahlen 67% bzw. 156%. Weder ist ein Einfluss dieses Geldmengenzieles auf die tatsächliche Geldmengenentwicklung zu erkennen, noch besteht eine erkennbarer Proportionalität zwischen BIP- und Geldmengenwachstum, den die Geldmengentheorie unterstellt.


Der deutsche Beitrag zur Geldmengenentwicklung erreichte 2008 ein Rekordniveau. In der Finanzkrise ist das Geldmengenwachstum in Deutschland und in der EWU zum Erliegen gekommen. Seit Sommer 2010 wachsen die Geldmengen wieder


Abb. 3.12: Zentralbankzinsen und Geldmarktsätze – international


Abb. 3.12a: Zentralbankzinsen und langfristige Zinssätze
Kommentar: Seit 1980 sinken die US-amerikanischen Renditen trendartig, begleitet von der Discount Rate der FED, die seit 2009 nahe null liegt. Seit 1991 wurden diese Wert in Deutschland von Renditen und Diskont- bzw. Basiszinssatz schwesterlich begleitet, seit 1999 von dem Hauptrefinanzierungssatz der EWU, der im März 2016 null % erreicht hat. Dieser säkulare Trend der Renditen gegen null ist sicherlich kein Werk der Geldpolitiken von Zentralbanken.


Abb. 3.13a: Kredite bzw. Aktiva der deutschen Banken gegenüber In- und Ausland


Abb. 3.13b: Aktivsaldo der deutschen Banken gegenüber dem Ausland


Abb. 3.13c: Forderungssaldo deutscher Banken gg. inländischen und ausländischen Nichtbanken
Erläuterung: Der Saldo ergibt sich bei Inländern und EWU-Ausländern aus Kredite minus Einlagen, bei den übrigen Ausländern aus Aktiva minus Passiva.
Kommentar zu 13a, 13b und 13cSeit 2002 sank der Forderungssaldo deutscher Banken gegenüber inländischen Nichtbanken stetig. In Reaktion auf diesen Niedergang ihres Inlandsgeschäfts haben die Banken - nahezu spiegelbildlich - ihre Auslandsgeschäfte ausgedehnt. Seit 2009 haben die deutschen Banken ihr Auslandssaldo von 90% des BIP auf 50% zurückgeführt.


Abb. 3.13d: Kredite deutscher Banken an ausländische Banken und Nichtbanken
Kommentar: An dieser Ausdehnung des Kreditgeschäfts ins Ausland – zwischen 2000 und 2008 Ausdehnung des Kreditvolumens um 1,7 Billionen Euro – waren Kreditbanken, Geschäftsbanken und Landesbanken gleichermaßen beteiligt. Von November 2008 bis 2012 wurden die gesamten deutschen Kreditforderungen an das Ausland dann um mehr als ein Drittel verringert. Großenteils dürfte es sich dabei um Abschreibungen handeln.


Abb. 3.13e: Nettogeldvermögen in Deutschland nach Sektoren - Salden
Erläuterung
Das Nettogeldvermögen ist der Saldo zwischen Geldvermögen und Verbindlichkeiten. Zu den privaten Haushalten zählen auch die Selbstständigen.


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